Agdatahub – Sicherer und fairer Datenaustausch in der europäischen Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist in Sachen Datenaustausch den anderen Branchen schon weit voraus. Genannt sei DataConnect, die gemeinsame Initiative von Claas, John Deere und 365 FarmNet[1]Claas und John Deere: Mit DataConnect Maschinendaten tauschen.

Daneben existieren noch weitere Datendrehscheiben in der Landwirtschaft wie AgriRouter sowie das Forschungsprojekt Agricultural Interoperability Analysis System (ATLAS). Im vergangenen Jahr legte Bitkom sein Positionspapier Datenhoheit und Datennutzung in der Landwirtschaft vor. An Initiativen herrscht demnach kein Mangel.

Jetzt kommt mit Agdatahub eine weitere hinzu[2]Intelligente Landwirtschaft / Datenaustausch in der Landwirtschaft. Agdatahub wird bislang überwiegend von französischen Landwirten eingesetzt. Im Rahmen von GAIA-X soll die Lösung auf ganz Europa bzw. die EU ausgedehnt werden.

Zur Technologie:

Als technische Lösung stellt Agdatahub API-Agro zur Verfügung, eine Austauschplattform, die einen funktionellen, technischen, geschäftlichen und rechtlichen Rahmen für den Datenaustausch zwischen den verschiedenen Beteiligten bietet. Diese umfasst vorgelagerte Industrien, vorgelagerte landwirtschaftliche Betriebe, Agrar- und Nahrungsmittelunternehmen, digitale Landwirtschafts-betriebe, Finanzdienstleister, Berufsverbände, den öffentlichen Sektor, sowie den Bildungssektor. Die Plattform, die offene und private Daten und APIs nutzt, wird derzeit von mehr als 800, meist französischen, Benutzern eingesetzt.

Zur Identifizierung:

Die digitale Identifizierung und Einwilligung (in Form von Autorisierungen) der Bauern ist ein weiterer Ansatz von Agdatahub. Es wird ein Bewilligungsrouter implementiert, um die im Ökosystem entwickelten Genehmigungen von Farm-Management-System (FMS) und Bewilligungsmanagern zu zentralisieren. Der Router wird mit der Datenaustauschplattform verbunden, um zu überprüfen, ob die Landwirte der Bereitstellung ihrer Daten im Rahmen des Datenaustauschs zugestimmt haben.

Die Verbindung zu GAIA-X:

Durch die Nutzung der gleichen Infrastruktur können GAIA-X und Agdatahub bedeutende Synergien und einen Mehrwert für die gesamte Agrarindustrie schaffen. Darüber hinaus ermöglichen beide eine Sichtbarkeit des digitalen Potentials innerhalb der Domäne. Agdatahub beteiligt sich an der Entstehung und dem gemeinsamen Aufbau von digitalen Projekten, was für alle europäischen digitalen Akteure von Vorteil ist. Die Initiative ist im Begriff, digitale Dienste zu unterstützen und zu entwickeln, die zum Schutz der Umwelt und des wirtschaftlichen Gleichgewichts beitragen.

An dem Datenaustausch auf Agdatahub ist der Datenmarktplatz Dawex beteiligt. Die Trusted Cloud kommt von Dassault, die Benutzeroberfläche für das Einwilligungsmanagement stammt von Orange. Alles in allem ist man in Frankreich beim Datenaustausch für die Landwirtschaft deutlich weiter als in Deutschland. Insofern ist es nachvollziehbar, wenn die französische Lösung als Vorlage gewählt wird. Allerdings ist die Lösung eher zentralistisch konzipiert. Die entscheidende Frage ist, wie Agdatahub mit den bereist bestehenden Datenaustauschplattformen oder -drehschreiben kommuniziert und interagiert. Zieht die Plattform alles an sich, oder kann man nur bestimmte Services verwenden, welch die anderen in dieser Form nicht im Angebot haben. Wer übernimmt die Identifizierung, welche Verfahren sollen eingesetzt werden – dezentral oder zentral? Schon die Vereinheitlichung der Identifizierungsverfahren von GAIA-X und IDSA ist nicht ganz trivial[3]Identitätsmanagement bei GAIA-X und IDS. Dennoch: Agdatahub zeigt, wie es auch in anderen Branchen gehen könnte.

Zuerst erschienen auf Identity Economy

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