ESG-Reporting – ohne konsolidierte Dateninfrastruktur wirkungslos

Von Ralf Keuper

Ab 2023 sind voraussichtlich über 49.000 Unternehmen in der EU verpflichtet, Nachhaltigkeitsinformationen zu veröffentlichen. Grundlage hierfür ist die Überarbeitung der Non-Financial Reporting Directive (NFRD) hin zur Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)[1]RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES zur Änderung der Richtlinien 2013/34/EU, 2004/109/EG und 2006/43/EG und der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 hinsichtlich der … Continue reading[2]Vgl. dazu: ESG-Reporting im Wandel[3]Vgl. dazu: 10 – Kommissionsvorschlag zur Änderung der CSR-Richtlinie[4]Vgl. dazu: Info: Was ist eigentlich die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)?.

ESG-Initiativen allein reichen heutzutage nicht mehr aus. Die Unternehmen müssen stattdessen in der Lage sein, ESG-Kennzahlen genau und konsistent zu berichten, um von der Gesellschaft als verantwortungsvoller Akteur wahrgenommen und akzeptiert zu werden. Eines steht jedoch schon jetzt fest: Der wichtigsten Faktoren für die erfolgreiche Einhaltung von ESG-Standards sind Daten und damit eine konsistente und übergreifende Daten- und ESG-Strategie.

Warum das Thema auch für mittelständische Unternehmen von Bedeutung ist, erläutert Sven Göllner von der bimanu GmbH in einem Video[5]Vgl. dazu. bimanu ESG-Whitepaper:

Nahezu jedes große Unternehmen verfügt bereits über eine Dateninfrastruktur, und natürlich beginnen die Verantwortlichen in den Unternehmen darüber nachzudenken, wie sie mithilfe der bestehenden Infrastruktur ESG-Informationen und -Berichte erstellen können. Leider werden sie am Ende feststellen, dass ihre Infrastruktur dem hohen Niveau der Berichterstattung, das in Zukunft von ihrem Unternehmen verlangt wird, nicht gewachsen ist, so Patrick McCarthy von Precisely[6]Will your existing data infrastructure support ESG reporting?. Wenn es einem Unternehmen bereits an Genauigkeit, Konsistenz und Kontext innerhalb seiner eigenen Daten mangelt, wird es unglaublich schwierig sein, die ESG-Anforderungen richtig umzusetzen. Wenn ein Unternehmen nicht bereits in die Integrität seiner Daten investiert, ist es bereits im Verzug, so McCarthy.

Ohne die nötigen Vorarbeiten, d.h. ohne den Aufbau einer entsprechenden Dateninfrastruktur und ohne den Einsatz geeigneter Werkzeuge werden weder die großen noch die kleinen Unternehmen die Herausforderungen im ESG-Reporting meistern.

Eine Dateninfrastruktur muss in der Lage sein, Daten zu integrieren, unabhängig davon, wie sie erfasst oder bereitgestellt wurden. Durch die Integration kann ein Unternehmen einen vollständigen Überblick über alle seine Daten an einem Ort erhalten, um Trends zu erkennen, die nicht sichtbar wären, wenn die Daten in Silos leben würden. Nötig ist demnach eine Datenintegrations- und Analyseplattfform, die nicht nur kaufmännische Daten, sondern auch technische Informationen, wie Energiedaten einzelner Maschinenbereiche darstellen. “Auch Informationen zu Rohstoffdaten wie Mengen, Zusammensetzungen und Herkunft bis zu inhaltlichen Dokumentationen wie Qualitätsaudits innerhalb der Lieferkette können abgebildet werden. Es geht dabei um den Zusammenhang der ökonomischen, ökologischen und sozialen Faktoren, daher müssen die Berichterstattung und die strategischen Ziele des Unternehmens eng aufeinander abgestimmt sein“, wie in dem Beitrag ESG: Datenkonsolidierung und -bereitstellung zu lesen ist. 

Die Werkzeuge müssen Echtzeitanalysen ermöglichen, die als Grundlage für aktuelle Entscheidungen dienen, da Unternehmen schnell reagieren müssen, um sich auf ökologische, soziale oder Governance-Ereignisse einzustellen, die ohne Vorwarnung eintreten.

Kurzum: Das ESG-Reporting und die ihr zugrunde liegende ESG-Datenstrategie werden künftig die wichtigsten Instrumente für die Unternehmenssteuerung. Die Frage, welche sich die Unternehmen daher stellen müssen, lautet: Wie gut sind unsere Daten darauf vorbereitet?

ESG
ESG steht für Environmental, Social und Governance – also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. ESG-Faktoren sind ein untrennbarer Bestandteil einer jeden Unternehmenstätigkeit. Darüber hinaus handelt es sich nicht um strikt voneinander zu trennende Elemente. Die einzelnen Aspekte sind eng miteinander verwoben.

E für Environmental Jedes Unternehmen verbraucht Ressourcen und Energie. Genauso wie jedes Unternehmen Abfälle produziert. Damit nimmt jedes Unternehmen Einfluss auf Umwelt und Klima. Das “E” umfasst also den Grad der Verantwortung, den ein Unternehmen im Umgang mit Ressourcen an den Tag legt.

S für Social Im Zusammenhang mit den sozialen Kriterien stellt sich ganz konkret die Frage nach der Qualität der Arbeitsbedingungen, die ein Unternehmen schafft. Aber auch allgemeine Auswirkungen der Firmentätigkeit im sozialen Bereich werden geprüft.

G für Governance Hier geht es um verantwortungsvolle Unternehmensführung, um Fairness und Transparenz. Konkret wird das interne System eines Unternehmens in Hinblick auf Praktiken, Kontrollen und Verfahren unter die Lupe genommen.

Quelle: ESG-Reporting: Der nächste grosse Trend der Unternehmenskommunikation

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