Cellular Vehicle-to-Everything (C-V2X) – Plattformen

Wenn Fahrzeuge sich künftig autonom bewegen wollen, dann müssen sie ständig mit ihrer Umwelt kommunizieren. Zur Umwelt gehören andere Fahrzeuge, Verkehrsteilnehmer (Personen), Parkhäuser, Straßen, Laternen, Abrechnungssysteme (Maut), Leitsysteme usw.[1]C-V2X: Connected cars and the future of transport Ohne einheitliche Standards, welche den Datenaustausch, die Zahlungssysteme und die Identifizierung vereinheitlichen, werden sich Konzepte wie die Smart City nicht verwirklichen lassen.

Ein solcher Standard ist Cellular V2X. Dabei handelt es sich um den De Facto- Standard, der von den USA, China und Europa sowie einigen namhaften Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen unterstützt wird[2]Der Vorgänger Dedicated Short Range Communications (DSRC), der u.a. von Toyota und GM unterstützt wurde, ist inzwischen veraltet. Größter Profiteur in den USA sind C-V2X im Allgemeinen und … Continue reading.

Cellular V2X nutzt die 3GPP-genormte 4G LTE- oder 5G-Mobilfunkverbindung, um Signale von einem Fahrzeug an andere Fahrzeuge, Fußgänger oder an feste Objekte wie Ampeln in der Umgebung zu senden und zu empfangen. …

C-V2X wurde im Rahmen des 3rd Generation Partnership Project (3GPP) entwickelt, um die von den USA geförderte Dedicated Short-Range Communications (DSRC) und die aus Europa stammenden Cooperative Intelligent Transport Systems (C-ITS) zu ersetzen. … In Europa kündigte die EU im Juli 2019 an, dass sie einen technologieneutralen Ansatz für C-ITS verfolgt und damit den Weg für 4G, 5G und andere fortschrittliche Technologien als Teil von V2X-Anwendungen frei zu machen.

Der Hersteller von Kommunikationstechnologien und Halbleitern, Qualcomm, bietet mit seiner C-V2X reference platform eine eigene Lösung an, mit der sich Smart City-Projekte realisieren lassen[3]Qualcomm introduces C-V2X Platform for Roadside and Onboard Units.

Die C-V2X-Referenzplattform von Qualcomm ergänzt die C-V2X-Kommunikationslösungen, indem sie die Rechenleistung für die Bereitstellung einer ganzen Reihe von 4G- und 5G-Mobilfunk- und C-V2X-Lösungen bietet, darunter GNSS-Ortungsdienste mit mehreren Frequenzen für eine präzise Positionierung, V2X-Nachrichtensicherheit, Signierung und Verifizierung sowie V2X-Stacks für intelligente Verkehrssysteme (ITS).

Größter Testfall ist die Automobilindustrie. Beispielhaft dafür ist ein Pilotprojekt zwischen Ford und Qualcomm[4]Qualcomm and Ford accelerate C-V2X technology sowie das 2020 C-V2X Cross-industry & Large-scale Pilot Plugfest in China[5]Qualcomm Joins with Automotive Industry to Complete C-V2X Large-scale Capacity Test and Interoperability Demonstration. An dem Plugfest nahmen 100 Unternehmen aus den Bereichen Automotive, Chipproduktion, Cybersecurity und Geoinformationssysteme teil.

Aufbauend auf der C-V2X-Interoperabilitätsdemonstration im Jahr 2019 wurden bei der branchenübergreifenden C-V2X-Interoperabilitätsdemonstration mit Chipmodulen, Endgeräten, Fahrzeugen, Sicherheitsplattformen und Kartenanbietern neue digitale Zertifikatsformate verwendet, hochauflösende Karten und Positionierung hinzugefügt und fortlaufende Szenarien eingesetzt, die näher an der Realität und an kommerziell orientierten Anwendungen liegen.

In China hat die Industrie konkrete Vorstellungen davon, wo die Reise hingehen soll, wie bei dem Automobilhersteller SAIC Motor und dem Telekommunikationsunternehmen Huawei.

Am chinesischen Pilotprojekt Highway[6]Vgl. dazu: Highway: China’s First Cooperative Automated Driving on Highways arbeiten neben Huawei noch weitere Unternehmen mit, z.B. Audi.

Eine wichtige Rolle in C-V2X- und C-ITS – Projekten übernehmen Zertifikate, die den manipulationssicheren Datenaustausch sicherstellen[7]Certificate Policy for Deployment and Operation of European Cooperative Intelligent Transport Systems (C-ITS).

Für viele Datenkommunikationsszenarien ist es sehr wichtig, die Authentizität und Integrität der Nachrichten zu überprüfen, die Informationen wie Position, Geschwindigkeit und Kurs enthalten. Anhand dieser Authentizität und Integrität lässt sich die Vertrauenswürdigkeit der gesendeten Informationen beurteilen. Gleichzeitig sollten die Auswirkungen auf die Privatsphäre der Verkehrsteilnehmer minimiert werden. Um diese Hauptziele zu gewährleisten, wurde eine Sicherheitsarchitektur mit Unterstützung einer Public-Key-Infrastruktur (PKI) entwickelt, die häufig wechselnde Pseudonymzertifikate verwendet.

Zuerst erschienen auf Identity Economy

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