Datenaustausch in der Landwirtschaft: JoinData

Heutzutage erzeugen landwirtschaftliche Betriebe eine Fülle von Daten, da die Maschinen mit Sensoren ausgestattet sind, die die Bodenbedingungen, Bodenbeschaffenheit, Temperatur und Wasserverbrauch messen. Die Entwicklung von Schädlingen kann überwacht werden und GPS-gesteuerte Traktoren liefern Daten über die Größe der Felder, die Position von Hindernissen und die Lage der Pflanzen. Durch die Kombination aus meteorologischen Daten und Technologien der künstlichen Intelligenz können diese Daten Dürren und Krankheiten vorhersagen, nicht nur für Feldfrüchte, sondern auch für Rinder, ergänzt durch die Daten von Milchmaschinen. Dieses Potenzial kann jedoch nur ausgeschöpft werden, wenn die Daten gemeinsam genutzt werden. Die Daten der einzelnen Betriebe brauchen nicht einmal interessant sein, da sie für sich genommen nichts Besonderes aussagen, aber die Aggregation von Daten über Tausende von Betrieben könnte interessante Muster aufzeigen.

Obwohl die gemeinsame Nutzung von Daten im Agrarsektor nicht neu ist, d.h. Anwendungsentwickler, Hardwarelieferanten, Agrarunternehmen und Banken sind häufig bereits an Initiativen zur gemeinsamen Nutzung von Daten beteiligt, wurde JoinData in den Niederlanden gegründet, wo Daten immer noch in Silos gehalten werden und der Austausch nur zwischen Gruppen erfolgt, die eine lange Tradition in diesem Bereich haben. JoinData behebt diese Fragmentierung, lässt aber gleichzeitig die Kontrolle in der Hand der Landwirte. In der Landwirtschaft ist dies nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Daten aus Milchmaschinen könnten beispielsweise mit den Herstellern der Maschinen geteilt werden, ohne dass die Landwirte dies bemerken.

Die Lösung, die JoinData anbietet, ist eine digitale Plattform, die einen sicheren Datenaustausch ermöglicht. Datenanbieter haben die Möglichkeit, Daten mit interessierten Parteien zu teilen. Die Landwirte kontrollieren, welche Daten, welche Daten mit wem und zu welchem Zweck geteilt werden, indem sie die Erlaubnis erteilen. Alternativ dazu können Laboratorien ihre Daten an Anwendungsentwickler weitergeben, die sie wiederum mit den Daten anderer Betriebe zusammenführen können, um neue Software zu entwickeln.

JoinData kommt in diesem Sinne der gesamten Wertschöpfungskette zugute. Aus der Sicht der Landwirte hilft die gemeinsame Nutzung von Daten den Landwirten, neue Erkenntnisse zu gewinnen, aber auch die Kontrolle über ihre Daten zu behalten. Außerdem helfen die Innovation, die die durch die Daten entwickelt werden, ihren Betrieb effizienter und effektiver zu führen. Auf der anderen Seite können Anwendungsentwickler das Potenzial der Daten durch den einfachen Zugang zu Tausenden von verschiedenen Datenquellen erschließen. 

Die JoinData-Initiative ist ein hervorragendes Beispiel für eine Anwendung der gemeinsamen Nutzung von Daten, die zur Entwicklung neuen und besseren Produkten führt, Muster entdeckt und gleichzeitig die Kontrolle in der Hand derjenigen belässt, die die Daten produzieren, und so das Potenzial der Daten freisetzen und den Agrarsektor revolutionieren.

Quelle: Advanced Technologies for Industry – AT WATCH Technology Focus on Data sharing

Weitere Informationen:

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