Die Neue Seidenstraße führt die erfolgskritische Bedeutung der Maschinenidentitäten für den Datenaustausch vor Augen

Sicherer, automatisierter Datenaustausch ist auf sichere Digitale Identitäten für Maschinen angewiesen. Wer die Kontrolle über die Digitalen Identitäten hat, kann damit die Datenströme unter seine Herrschaft bringen. Das verdeutlicht die Neue Seidenstraße. 

Dass es sich hierbei keinesfalls um eine akademische Diskussion handelt, machte der Deutschland-Chef von Accenture, Frank Riemensperger, in einem Interview deutlich. Besonders sichtbar wird der Stellenwert sicherer Maschinenidentitäten sowie der dazugehörigen Standards und Infrastrukturen an der neuen Seidenstraße. Darüber lassen sich 60 Prozent der Weltbevölkerung erreichen. Derjenige nun, der die digitale Infrastruktur auf diesen Handelswegen baut, kann nach Ansicht von Riemensperger dies zum eigenen Vorteil nutzen, indem jede Maschine, die auf diesen Handelsstraßen installiert wird, eine eigene digitale Identität bekommt, über die man sich an einer oder mehreren chinesischen Clouds anmelden kann oder vielleicht auch muss. Über diese Cloud können Daten zwischen Maschinen ausgetauscht, Services beauftragt und bezahlt und neue implementiert oder getestet werden. Auf diese Weise entstünde der größte Marktplatz der Welt, der dann von einer chinesischen IT- und ID-Infrastruktur dominiert wird.

Damit Deutschland und Europa von dem Datenfluss nicht abgeschnitten werden, sind mehr oder weniger neutrale Cloud-Lösungen nötig, die alle Unternehmen vernetzt, worauf dann wiederum digitale Marktplätze aufgebaut und die Maschinen mit einer eindeutigen ID ausgestattet werden können. Auf Basis dessen können unternehmensübergreifende Prozesse umgesetzt werden.

Wir benötigen dringend Standards und Infrastrukturlösungen, die den Austausch von Daten und Identitäten über die Unternehmensgrenzen hinweg unterstützen, wie die Kombination aus GAIA-X und der IDSA. Anderenfalls verliert die europäische Wirtschaft langsam aber sich den Anschluss an die Entwicklung. Heute setzen die großen digitalen Plattformen die Quasi-Standards für den Datenaustausch und auch immer mehr für die Identifizierung. Insofern überrascht es, dass der Accenture-Chef die deutsche Automobilindustrie in einer guten Position sieht. Mit Blick auf die beschriebene Problematik und die Elektromobilität sowie connected car eine recht optimistische Sichtweise, die von den Fakten derzeit nur bedingt gestützt wird.

Hinzu kommt, dass der Austausch von Maschinendaten und der Identitäten Gegenstand von Handelskonflikten und Sanktionen werden kann [1]Digitaler Protektionismus behindert den freien Austausch von Maschinendaten. Wenn es also China gelingen sollte, die digitale Infrastruktur der neuen Seidenstraße unter seine Kontrolle zu bringen, hat es ein mächtiges politisches Druckmittel in der Hand.

Zuerst erschienen auf Identity Economy

Weitere Informationen:

Was ist der China Standards 2035 Plan und wie wird er sich auf aufstrebende Industrien auswirken?

Wie China mit einem 15-Jahres-Plan die Standards der weltweiten Tech-Branche setzen will

Missing Link: Wie sich China zur Normungsweltmacht aufschwingen will

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