Austausch von Fertigungsdaten in Wertschöpfungsnetzwerken auf Basis von Partnerschaftsvereinbarungen

Von Ralf Keuper

In der vernetzten Produktion, an der häufig mehrere Unternehmen beteiligt sind, spielt der  Austausch von Fertigungsdaten eine immer größere Rolle. Die Unternehmen müssen entscheiden, wie viele Daten sie bereit sind zu teilen. Hersteller, die ihre Daten freigeben, um die Produktionsprozesse anderer Unternehmen im Wertschöpfungsnetzwerk zu unterstützen, sind bestrebt, ihr eigenes geistiges Eigentum zu schützen. Daher hat die Beibehaltung des Eigentums und der Kontrolle über die Prozesse und Entwürfe, die ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, weiterhin oberste Priorität.

Eine Möglichkeit besteht in der gemeinsamen Nutzung anonymisierter Daten innerhalb des jeweiligen Produktionsnetzwerks. Am Anfang sollte die Ausarbeitung einer Partnerschaftsvereinbarung stehen, so Brian Crutchfield in When It Comes To Manufacturing, Sharing Is Caring. Diese kann dabei helfen, nur die Daten auszutauschen, die für die Partnerschaft von größtem Nutzen sind. Produktdaten können dazu beitragen, dass jeder Fertigungspartner auf der Grundlage desselben Entwurfs und derselben Spezifikationen arbeitet, was aus Sicht der Designkonsistenz von großem Vorteil ist. Andererseits können Prozessdaten den Herstellern dabei helfen, Produkte während ihrer gesamten Entwicklung zu verfolgen, um zu überprüfen, ob jeder Schritt in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften durchgeführt wurde und den Qualitätsstandards entspricht.

In den Vereinbarungen sollte immer klar festgelegt werden, wer letztendlich das Eigentum an den Daten hat und welche Technologien für die Speicherung, Übertragung und Nutzung der gemeinsam genutzten Informationen verwendet werden[1]Vgl. dazu: Folgen für die (Mit-)Inhaberschaft von Geschäftsgeheimnissen in bi- und multilateralen Kooperationsverhältnissen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass beide Partner über die erforderlichen Technologien verfügen, um aus den Daten verwertbare Erkenntnisse zu gewinnen und gleichzeitig das zugrunde liegende geistige Eigentum zu schützen, das einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

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