Szenarien für den deutschen Maschinenbau: Datenaustausch von strategischer Bedeutung

Der deutsche Maschinenbau steht international gut da. Können die Maschinenbauer ihre Spitzenpostion unter den Bedingungen einer zunehmenden Vernetzung behaupten? Welche Szenarien sind möglich und was hat der Datenaustausch damit zu tun?

Die internationale Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte entwirft und bewertet vier mögliche Szenarien für den Maschinenbau in der DACH-Region bis zum Jahr 2030[1]Wachstumsmotor Maschinenbau Vier Szenarien für eine erfolgreiche Zukunft in 2030.

In dem vielversprechendsten Szenario A Fragile Paradise können die Maschinenbauer ihre Stellung als erste Ansprechpartner ihrer Kunden halten. Jedoch ist auch hier nicht alles eitel Sonnenschein, da die großen Technologiekonzerne und Plattformen die Maßstäbe bei der praktischen Nutzung von Datenströmen setzen und parallel an Technologien arbeiten, welche generische Maschinen mit hoher Flexibilität ermöglichen. Überdies sind Industrieplattformen dabei, den klassischen Vertrieb an den Rand zu drängen.

Im zweiten Szenario Sucess at the Price of Transformation können die Maschinenbauer aus Übersee in Sachen flexibler Maschinen und Servicemodelle (Pay per Use) noch nicht mit den DACH-Maschinenbauern mithalten. Eine wichtige Rolle spielen homogene IT-Architekturen und solide Datenstrategien. Die Maschinenbauer in der DACH-Region können ihre Spitzenposition halten, “indem sie intensiv in Netzwerkfähigkeiten und Cloud-Integration sowie in den Aufbau von Ökosystemen investieren. Ihr eigenes Know-how auf diesen Gebieten ist der einzige Weg, den Vormarsch der großen Software- und Plattformanbieter in Grenzen zu halten“. Die Basis bildet eine durchgehende  Automatisierung. Die Systeme können Daten aus verschiedenen Quellen integrieren und nutzen. Weil “die Zukunft komplexer Anlagen im Komplettservice liegt (z.B. „Equipment as a Service“), sollten Lebenszyklus-Lösungen gesucht werden”.

Deutlich rauer ist das Klima in dem Szenario Paradise Lost. Hier können die Maschinenbauer nur noch auf die Kunden- und Maschinendaten, die ihnen die Software- und Plattformanbieter überlassen, zugreifen. Wer noch mitspielen will, muss bei einer Plattform zertifizierter Partner sein.

In dem letzten Szenario Played by the ecosystem haben die Software- und Technologiekonzerne den Zugang zu den Maschinendaten und Kunden vollständig an sich gerissen. Wer es nicht geschafft hatte, durch Zukäufe und den Aufbau eines eigenen Ökosystems seine Position zu halten oder gar noch auszubauen, wandelt sich, sofern er nicht komplett aus dem Markt ausscheidet, zum Beratungsunternehmen für produzierende Unternehmen. In den Ökosystemen entwickeln sich Kooperationen, Partnerschaften, Rivalitäten und Allianzen dynamisch, wovon vor allem die Schnittstellen und der Datenaustausch betroffen sind. Im besten Fall “bildet der DACH-Maschinenbau ein eigenes Ökosystem aus; es konzentriert sich auf erstklassige End-to-EndLösungen und kann durch guten Zusammenhalt die Macht der Software- und Plattformpartner eindämmen – oder sogar selbst eine gemeinsame Plattform und Softwarelösungen aufbauen“.

Fazit

Der möglichst uneingeschränkte Zugang zu den Maschinendaten ist für die Maschinenbauer von essenzieller Bedeutung. Da kein Hersteller groß genug ist, um es mit Amazon & Co. aufzunehmen, sind Kooperationen und der Aufbau gemeinsamer Plattformen und Ökosysteme die beste Alternative. Beispielhaft dafür sind ADAMOS und Tapio ebenso wie Catena-X.

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