“Encrypted-Computing-Compass“-Projekt feiert Bergfest

Forscher:innen und Verantwortliche des CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit, des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Cyberagentur haben sich am Mittwoch in Saarbrücken getroffen, um erste Zwischenergebnisse ihrer Machbarkeitsstudie zum Thema Encrypted Computing zu besprechen.

Im Dezember hatte die noch junge Cyberagentur ihr erstes ausgeschriebenes Projekt vertrauensvoll in die Hände von CISPA-Faculty Dr. Nico Döttling und Prof. Dr. Jörn Müller-Quade vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gelegt. Beide Forscher sind Experten auf dem Gebiet des Encrypted Computing, das als die zukunftsweisende Technologie der Datensicherheit gilt. Beim Encrypted Computing handelt es sich um Verfahren, mit denen Daten analysiert werden können, ohne sie vorher zu entschlüsseln. Sensible und sicherheitskritische Informationen, können so geheim bleiben und trotzdem verarbeitet werden. „Dass es so etwas wie Encrypted Computing überhaupt gibt, ist ein kleines Wunder“, sagt Müller-Quade. „Normalerweise sind verschlüsselte Daten wie in einem Tresor weggeschlossen. Dass man dennoch auf ihnen rechnen kann, ohne zu wissen, worauf man rechnet, ist erstaunlich.“ Zeigt die Studie, dass die Verfahren effizient eingesetzt werden können und konkurrenzfähig sind, sollen sie nach dem Willen der Cyberagentur künftig auch in Anwendungen der inneren und äußeren Sicherheit fließen.

Neben Nico Döttling und Jörn Müller-Quade tauschten sich am Mittwoch am CISPA zur Halbzeit auch die CISPA-Forscher:innen Dr. Kamil Kluczniak, Jesko Dujmovic und Anne Müller sowie von der Cyberagentur Michael John, Referatsleiter für Kryptografie, Projektleiterin Tanja Zeeb und Dr. Martin Rehberg über den bisherigen Projektfortschritt und die weiteren Schritte aus. „Wir erarbeiten in dieser Studie erste Ansatzpunkte für den künftigen Einsatz der Techniken und wollen Entscheider:innen ein realistisches Bild vermitteln, was technisch und wissenschaftlich machbar ist“, erklärt Döttling. Noch seien die Verfahren zu langsam für die reale Anwendung, ergänzt Müller-Quade. „Wir hoffen, dass sich das durch das Projekt in einigen Jahren ändern wird.“ Konkrete Themen des Workshops waren neben den Vor- und Nachteilen sogenannter vollhomomorpher Verschlüsselung, die als besonders aussichtsreiches Konzept im Bereich Encrypted Computing gilt, auch deren bisherige Implementierungsmöglichkeiten.

Am Nachmittag trafen sich auch Dr. Christian Hummert, Forschungsdirektor der Cyberagentur, und CISPA-Gründungsdirektor und CEO Prof. Dr. Dr. h. c. Michael Backes, um sich über die Zusammenarbeit ihrer Häuser auszutauschen. Hummert zeigte sich zufrieden mit dem bisherigen Projektverlauf: „Encrypted Computing wird eine der Schlüsseltechnologien für die Cybersicherheit in Deutschland sein. Ich freue mich sehr, dass dieses wichtige Projekt so professionell von CISPA und KIT bearbeitet wird.“

Die Machbarkeitsstudie ist erst der Auftakt der Forschungsaktivitäten der Cyberagentur im Bereich des Encrypted Computing. In der zweiten Jahreshälfte 2022 soll öffentlich ein Programm mit einem Fördervolumen von rund acht Millionen Euro ausgeschrieben werden.

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