Höhere Resilienz und Reaktionsgeschwindigkeit in Wertschöpfungsnetzwerken durch firmenübergreifenden Datenaustausch

Der firmenübergreifende Datenaustausch hat sich während der Corona-Pandemie in vielen Wertschöpfungsnetzwerken als Frühwarnindikator erwiesen. Es zeigt sich, dass es um mehr geht, als nur darum, Daten sicher von Punkt A nach Punkt B zu übertragen. Daten erzählen mehr. 

So der Tenor von Wertschöpfungsnetzwerke in Zeiten von Infektionskrisen, hrsg. von Acatech. In der aktuellen Pandemie trug der Datenaustausch mit dazu bei, die Resilienz und Reaktionsgeschwindigkeit ganzer Lieferketten zu erhöhen. “Die Handlungsoptionen im Bereich Datenintegration zielen sowohl auf eine Verbesserung der Prognose langfristiger als auch auf die Wahrnehmung kurzfristiger Veränderungen ab und zeigen auf, wie der Datenaustausch mit Wertschöpfungspartnern und die Nutzung externer Daten zur Steigerung der Resilienz beitragen können. Die Handlungsoptionen im Bereich Industrie 4.0-Technologien veranschaulichen, wie konkrete Technologien eingesetzt werden können, um den Datenaustausch, die Reaktionsschnelligkeit und die Prognosefähigkeit zu verbessern“.  Eine Schlüsselrolle übernehmen dabei Standards. “Ein wesentlicher Aspekt bei der Zusammenarbeit in Wertschöpfungsnetzwerken ist .. der unternehmensübergreifende Austausch von Daten. Die kollaborative Zusammenarbeit und die logistische Leistungsfähigkeit eines Unternehmens gehen maßgeblich mit einem standardisierten Datenaustausch zwischen den verschiedenen Akteuren einher. Abhängig von den eigenen technischen Voraussetzungen und denen der Kooperationspartner sowie dem Komplexitätsgrad, existieren für die Informationsweitergabe verschiedene Standards und Technologien“. Generell gilt: “Die schnelle und fehlerarme unternehmensübergreifende Informationsweitergabe vermeidet Medienbrüche und erhöht die Reaktionsfähigkeit und Transparenz des Wertschöpfungsnetzwerks“.

Wichtig auch, die Fähigkeit, Alternativlieferanten mit entsprechender Qualifikation rasch zu identifizieren. Im Idealfall können potenzielle Störungen im Vorfeld erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden: “Der Datenaustausch mit Lieferanten trägt dazu bei, dass Schwierigkeiten beim Bezug von Vorprodukten und Rohstoffen früher erkannt und somit Gegenmaßnahmen schneller eingeleitet werden können. Hierzu tragen beispielsweise Daten über Bestände oder den Produktionsfortschritt beim Lieferanten sowie Tracking und Tracing-Daten zum Transportfortschritt bei. Ein Datenaustausch mit nachgelagerten Wertschöpfungspartnern unterstützt dabei, Schwankungen in der Nachfrage frühzeitig zu identifizieren“.

Trotz der genannten Vorteile ist die Bereitschaft, Daten mit Dritten zu teilen, in vielen Unternehmen noch schwach ausgeprägt. “Die Relevanz des Datenaustauschs und der gemeinsamen Nutzung von Daten innerhalb von Wertschöpfungsnetzwerken nimmt zu. Dabei entwickeln sich Daten zunehmend zu einer strategischen Ressource. Dennoch ist die Bereitschaft der Unternehmen, ihre Daten mit den Wertschöpfungspartnern zu teilen, ..,  nur bedingt gegeben. Digitale Datenmarktplätze greifen die Herausforderungen im Kontext Datensouveränität auf und können maßgeblich zum standardisierten, sicheren und anforderungsspezifischen Austausch und der Nutzung sensibler Daten beitragen. Somit erhöhen sie sowohl die Transparenz als auch die Schnelligkeit, um auf Veränderungen im Wertschöpfungsnetzwerk zu reagieren.

Nötig sind dafür Standards, Referenzarchitekturen und Lösungen, welche die Unternehmen in die Lage versetzen, ihre Daten sicher mit anderen zu tauschen und dabei festlegen zu können, wer, was mit ihren Daten machen darf. Beispielhaft dafür sind die Referenzarchitektur der IDSA und der Dataspace Connector.

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